SELBSTREFLEXION
Deine erste Aufgabe besteht darin, dir ein paar Dinge klar zu machen. Denn bevor du wieder jemandem vertraust, solltest du dich selbst besser verstehen lernen.
Hier sind deshalb einige Fragen an dich (schreibe dir die Antworten bitte auf):
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In welchen Beziehungen hast du Vertrauensbrüche erlebt? (Eltern, Freunde, Partner*in…)
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Was genau hat das Vertrauen damals erschüttert?
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Gab es aus heutiger Sicht Warnsignale, die du übersehen hast?
Mach dir ab jetzt immer wieder bewusst, dass diese Erfahrungen deine heutige Wahrnehmung prägen. Je intensiver und schwieriger diese Erfahrungen waren, desto eher kann es sein, dass sie auch heute noch deinen Filter und deine Verhaltensweisen prägen. Es ist nicht immer einfach, zu erkennen, ob man selbst angemessen oder übertrieben reagiert. Doch wenn du merkst, dass dein Wunsch nach Verbindung ständig scheitert, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du Verhaltensweisen hast, die nicht die Realität widerspiegeln. Nun geht es darum, einen neuen, flexibleren Schutz für dich zu finden, der jedoch auch Verbindung zulässt. Dafür wirst du deine Vorsicht, die passenden Menschen, aber manchmal auch Mut und Selbstvertrauen brauchen. Keine Angst, du hast es in deinem Leben bis hierhin geschafft und du hast jederzeit die Möglichkeit, meine persönliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
BEDÜRFNISSE WAHRNEHMEN UND DAFÜR EINSTEHEN
Du hast bereits erste Schritte gemacht, um dich besser zu verstehen. Nun
geht es darum, deine Bedürfnisse wahrzunehmen und dafür einzustehen.
Frage dich: Welche Bedürfnisse und Grenzen habe ich heute? -> Falls du hier nicht weiterkommst, habe ich weiterführende Übungen für dich!
Übung: Finde ein Vorbild
Kennst du eine Person, die gut Bedürfnisse kommunizieren und Grenzen setzen kann? Wie macht diese Person das, was könntest du von ihr lernen? Bitte sie auch gerne um Hilfe, wenn du magst. Lass sie beispielsweise beschreiben, wie sie denkt und fühlt, wenn sie ihre Bedürfnisse kommuniziert und Grenzen setzt.
VERLETZLICHKEIT LANGSAM ZULASSEN
Vertrauen ist keine 0-100-Geschichte. Es wächst in kleinen Momenten.
Übung: Sich langsam öffnen und beobachten
Teile bei verschiedenen Personen kleine Dinge über dich mit und schau, wie sie damit umgehen. Du kannst dir gerne im Vorfeld ein paar Geschichten oder Fakten über dich aufschreiben, die du ins Gespräch einfliessen lassen möchtest. Beobachte ebenfalls, wie deine verschiedenen Gesprächspartner*innen mit ihren Versprechen, Worten und Grenzen umgehen. Mache dir Notizen dazu.



